Sebayur, Komodo (Indonesien)

( 2015 )

Ein weiteres Mal wählten wir Indonesien als unser Reiseziel im 2015. Komodo hat sich für uns ergeben, weil wir in diesem Jahr aufgrund von Ferienstopps nicht im 4. Quartal, sondern im Mai/Juni Ferien machen mussten. Nach einigen Recherchen hat sich Komodo als ergiebiges und schönes Ziel für diese Jahreszeit manifestiert. Mit unserem Reiseagenten von Tauchertraum GmbH haben wir das Komodo Resort & Diving Club als unsere Basis gewählt. Die kleine Insel Sebayur liegt am Rande des Komodo Nationalparks und besteht aus einer übersichtlichen und sehr schönen Bungalow-Anlage.

Aber der Reihe nach. Zuerst kommt – wie immer bei unseren exotischen Reisezielen – eine eher beschwerliche und lange Anreise (wir warten immer noch auf den Moment, in welchem der Satz „beam me up Scotty“ auch wirklich etwas in diese Richtung bewirkt…). Erste Etappe Zürich – Singapur mit dem A380. 13 Stunden – wobei der grösste Teil schlafend verbracht wurde. In Singapur ging‘s ziemlich zügig weiter nach Bali, wo wir so um die Mittagszeit ankamen. Dort checkten wir für eine Nacht in das Hard Rock Hotel ein. Ein grosses Hotel in Flughafennähe… Eine Nacht war dann auch genug. Das spricht nicht etwa gegen das Hotel – da konnte man wirklich nichts aussetzen dran. Aber wir mussten einmal mehr feststellen, dass wir mit Massentourismus (und Masse beginnt für uns so ab 20 Personen) einfach nichts anfangen können. Den Abend verbrachten wir mit unseren lieben Freunden Jerry und Debbie Arriaga – Cruise Directors auf der Arenui http://thearenui.com/ . Auch sie waren auf demselben Flug am folgenden Morgen von Denpasar nach Labuan Bajo auf der Insel Flores. Dort wartete die Arenui auf die neuen Gäste für eine Komodo-Tour. Wie gesagt, war unser Ziel diesmal aber nicht die Arenui, sondern das Komodo Resort, ca. 1.5 Stunden von Labuan Bajo entfernt. Erste Überraschung: Labuan Bajo hat einen neuen Flughafen erhalten…! Wo früher ein Holzhüttchen von ca. 50 m2 stand, steht nun ein modernes und sehr grosses Flughafengebäude mit allem Drum und Dran. Wenn wir ganz ehrlich sind – der Holzhüttencharme hat uns besser gefallen… Zweite Überraschung: wir trafen bekannte Gesichter in der Flughafenhalle. Die Dive Masters Wawan und Ronald von der Arenui waren da und haben uns ganz herzlich begrüsst. Da wird einem ganz warm ums Herz. Für uns ging es dann aber auf ein Transferboot zur Insel Sebayur wo wir kurz nach dem Mittag ankamen.

Das Komodo Resort ist wirklich eine Augenweide. Es liegt auf einer typischen Komodoinsel mit grasbewachsenen Hügeln. Die Anlage selbst besteht aus 16 Bungalows, die sich durch die indonesische Bauweise sehr schön und dezent in die Natur einfügen. Das einzige was auffällt, ist der lange Steg, der zu den Booten führt. Die Bungalows sind absolut zweckmässig und auch geräumig. Da wir mit Kameras und Fotoapparat samt UW-Gehäuse und dem ganzen Batterien- und Kabelsalat reisen, ist für uns immer die Platzfrage wesentlich. Durch die seitlichen Ablageflächen im Bungalow konnte das Platzproblem aber bestens gelöst werden. Arbeitsfläche in Form eines Tisches stand auch zur Verfügung, so dass wir jeden Abend unser Tasks abarbeiten konnten (Fotos runterladen, alle Batterien wieder aufladen, etc.). Das wertvollste Teil im Bungi war aber das Moskitonetz! Zum Bungalow gehört eine gedeckte Veranda mit Sitzgelegenheit und auch 2 Liegestühle mit Sonnenschirm am Strandabschnitt vor dem Bungalow. Die Liegestühle haben wir nur für den Sonnenuntergang genutzt – tagsüber waren wir auf dem Tauchboot und für uns war es zum Sonnenbaden am Strand zu heiss.

Ganz speziell zu erwähnen ist das leckere Essen! Ok – eigentlich kommt man nicht nach Indonesien, um lecker italienisch zu essen. Aber ich muss doch sagen, dass es eine sehr angenehme Überraschung war, jeden Tag so lecker zu speisen!

Wir fahren ausschliesslich zum Tauchen in diese Breitengrade. Bisher waren wir auch meist in Resorts oder auf Schiffen, wo die anderen Gäste aus demselben Grund da waren. Für mich war es das erste Mal, dass da Gäste auf der Insel waren, die nicht getaucht oder nicht einmal geschnorchelt haben. Auch war die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste ca. 3-5 Tage. Wir waren satte 10 Tage auf der Insel. Der Umstand, dass es sich hier nicht um eine reine Tauchinsel handelt, hat das Tauchen und die Wahl der Tauchspots beeinflusst. Ich sage das bewusst nicht wertend, denn das kann sich positiv wie auch negativ auswirken, je nach Erwartungen oder Anforderungen. Für uns kein eigentliches Problem. Die Tauchspots sind ausnahmslos sehr schön und alle haben viel zu bieten. Wir hatten daher kein Problem, den einen oder anderen Spot mehrmals anzufahren (bspw. weil neue Gäste den Checkdive machen mussten). Getaucht wird in Gruppen von ca. 4-6 Personen. Auch das war grundsätzlich kein Problem – hängt etwas mit dem Dive Guide zusammen. Die ersten 8 Tage war alles wunderbar. Schnell haben die beiden Dive Guides bemerkt, dass man uns ein gutes Briefing geben muss und dann tauchen wir autonom und sicher. Die Dive Guides konnten sich so primär den etwas weniger erfahrenen Tauchgästen widmen. Die beiden letzten Tage hatte eine andere Person versucht, uns mit einer Anfängergruppe durch den Tauchgang zu führen. Richtigerweise hat sie den Tauchgang nach dem Können und den Bedürfnissen der Anfänger ausgerichtet. Doch anstatt uns autonom laufen zu lassen (bzw. langsam tauchen und fotografieren zu lassen) wurden wir gezwungen, mit der hohen Geschwindigkeit der Anfänger mithalten. Das lässt sich aber leider nicht mit einem Unterwasserfotografie vereinbaren und unsere Erwartungen haben sich so nicht erfüllt. Das war dann etwas schade und hat zu Spannungen und Diskussionen geführt.

Die Tauchboote waren absolut top! Unten das Tauchdeck mit dem ganzen Gerödel und oben eine schöne Plattform (halb Sonne, halb Schatten) mit wunderbar gemütlichen Sitzsäcken, wo man sich reinhauen und die Fahrt geniessen konnte. Die Boote sind nicht schnell und Komodo ist bekannt für seine starken Strömungen. Die Anfahrten dauern daher zwischen 20 und 90 Minuten. Am Morgen um 8.00 Uhr verlässt das Boot den Hafen und begibt sich auf eine Fahrt mit 2 Tauchgängen. So zwischen 13.00 und 14.00 Uhr ist man wieder auf der Insel und nimmt das Mittagessen ein. Für jene, die wollen (wir wollten immer), gibt es dann noch einen 3 Tauchgang eher in der Nähe der Insel Sebayur. Der dritte Tauchgang ist nicht im Tauchpaket inkludiert und muss separat bezahlt werden. Meist waren da auch nicht mehr alle Gäste dabei.

Wie bereits erwähnt, waren alle Tauchplätze schön und man konnte überall etwas entdecken. Herausragend spektakulär war der Manta Point (Makasser Reef). Nur etwa 5-15 Meter tief befindet sich eine Art Manta-Autobahn. Bei starker Strömung lässt man sich über diese Gravelroad treiben und wartet dabei auf die Mantas. Und die kamen eigentlich immer recht zahlreich. Das Schwierige an diesem Drift-Dive war allerdings das „Anhalten“, um einige schöne Fotos von den Mantas zu schiessen. Man sucht praktisch vergebens nach festen Punkten und auch die grösseren Steine halten keinen Taucher mit grosser Kamera bei dieser Strömung. Man muss sich da schon sehr flach am Boden halten und mit Flossenschlägen versuchen, auch dort zu bleiben bzw. an Ort zu halten.

Alles in allem eine sehr schöne Reise mit sehr schönen Tauchplätzen. Hat uns gut gefallen.