Lembeh Strait, Sulawesi (Indonesien)

( 2022 )

«We did it again…!»
Nach 3.5 Jahren coronabedingter Tauchabstinenz endlich wieder warmes Wasser am Bauch und Bubbles rund um den Kopf – herrlich! Für unseren Wiedereinstieg haben wir das «Black Sand Dive Retreat» gewählt. Wir kennen es gut, waren schon viele Male da und wissen, dass man sich auf eine gute Zeit mit wunderschönem Muck-Diving einlassen kann. Und wir wurden nicht enttäuscht
Weil wir schon so oft über das BSDR geschrieben haben, beschränken wir uns nur auf die Unterschiede.
Einer wurde gleich zu Beginn augenfällig: Die Anreise ist kürzer geworden – also nicht die Flüge, aber die Autofahrt vom Flughafen in Manado quer über die Halbinsel zum Resort. In einer Stunde ist man nun im Resort angekommen.

Das Geschäft mit dem Tourismus in Indonesien ist noch nicht wieder «back to normal». Das hat man auch im BSDR bemerkt. Wir waren während einer Woche die einzigen Gäste. Für uns natürlich absolut top – für die Betreiber der Einrichtungen allerdings nach dieser langen Durststrecke eine sehr schwierige Situation. Hier sei erwähnt, dass das Tourismus-Business in Indonesien einfach stillstand und keine Unterstützung vom Staat geleistet wurde. Einige der Resorts in der Lembeh Strait haben diese Pandemie nicht überlebt und stehen nun leer. Für die Betroffenen ist das sehr bedauerlich, sind doch viele Arbeitsplätze verloren gegangen. Für die Natur allerdings sicher keine schlechte Sache. Zu viele Tauch-Touristen auf einer so kleinen Fläche schaden der Unterwasserwelt.

Wir waren 2 Wochen am gleichen Ort, weil wir dieses kleine Resort einfach lieben und viele der Angestellten mittlerweile gut kennen. Die Owner, Bruce und Fung Moore, haben mit einem persönlichen Kraftakt und mit finanzieller Unterstützung von ihrer treuen Stammkundschaft (Fundraising) ihre Angestellten über diese beiden Pandemie-Jahre «gerettet», indem sie ihre Krankenversicherungen weiterbezahlt, Care Pakete verteilt und die Crew zumindest stundenweise mit der Pflege des Resorts beschäftigt hatten.

Das Tauchen war einmal mehr sensationell. Bei unserem letzten Besuch im 2017 waren ja viele Critters verschwunden (vgl. dazu letzter Bericht). Dieses Mal waren die typischen Protagonisten wieder alle versammelt. Etwas auffallend war, dass es in vielen Fällen Miniaturen der früheren Critters waren. Wir haben bspw. unzählige sehr kleine Nudies gefunden. Auch die ziemlich vielen gesichteten Bluering Octopusse waren alle auffallend klein. Dasselbe gilt auch für den Flamboyant Cuttlefish und den Wonderpuss. Kann es sein, dass sich die Lembeh in der touristenlosen Zeit erholt hat…?

Für uns auf jeden Fall wieder das Critter-Paradies. Mit unserem Tauchguide Etmo hatten wir zudem einen der besten Tauchguides ever. Wir haben schon oft darüber geschrieben, wie diese Tauchguides Critters in der Grösse eines Stecknadelkopfs finden. Aber Etmo hat dem nun noch eine neue Dimension gegeben. Ich weiss, unsere alten Augen sind nicht mehr die besten. Aber die Tatsache, dass unter Wasser alles ein Drittel grösser (und ein Viertel näher) erscheint kommt uns beim Tauchen enorm entgegen… Bisher habe ich jeweils mindestens gesehen, dass mir ein Guide irgendein Lebewesen angezeigt hat. Nicht immer habe ich erkennen können, was es ist. Wenn man sieht, wo etwas ist, dann kann man aber davon ein Foto machen und in der Vergrösserung sehen, was genau es ist. Etmo hat Kleinstlebewesen gefunden, die ich auf keine Art und Weise sehen konnte (auch nicht mit der Lupe). Da musste ich jeweils passen und die Kamera Jürg in die Hände drücken. Folgende Situation werde ich nie vergessen: Etmo zeigt Jürg irgendein Millimeter-Critter. Ich sehe die beiden, wie sie gemeinsam durch die Lupe schauen und «diskutieren», was es sein könnte. Danach fordern sie mich auf, davon ein Foto zu machen. Ich konnte sie nur noch fassungslos anschauen und ihnen die Kamera überlassen… Wenn schon Etmo eine Lupe braucht, welche Chance habe ich dann noch? Es war übrigens eine klitzeklitzekleine Schnecke auf einem klitzekleinen «Gräselchen».

Bedingt durch unsere Pläne wird diese Tauchreise wahrscheinlich für längere Zeit die letzte gewesen sein. Aufgrund einiger gesundheitlicher Herausforderungen im letzten Jahr haben wir uns entschieden, im 2023 frühzeitig in Pension zu gehen. Die nächsten Jahre werden wir daher, so alles nach Plan verläuft, eher fahrend verbringen und die Fotos werden in der Rubrik «Fotos Land» erscheinen.

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