Lembeh Strait, Sulawesi (Indonesia)

( May 2017 )

Dieser Reisebericht wird eher kurz ausfallen, da wir schon diverse Male sowohl über das Hotel wie auch über das Tauchgebiet geschrieben haben. Hier nur ergänzend folgende Informationen:

Die Anreise ist nicht kürzer geworden… Aber mit nur einem Stopover in Singapur und einer zwei-stündigen Autofahrt von Manado nach Bitung ist sie relativ einfach verglichen mit anderen Destinationen in Indonesien. Bisher haben wir in Indonesien aufgrund der langen Anreise immer zwei Destinationen kombiniert und/oder in der Regel 3 – 4.5 Wochen an Zeit investiert, nach dem Motto: „so lohnt sich der lange und beschwerliche Weg“. Ein „nur“ zweiwöchiger Aufenthalt mit „nur“ einer Destination war für uns ein Novum. Unser Fazit lautet: Es lohnt sich auf jeden Fall und wir werden es wieder machen. Das gibt uns auch etwas Flexibilität, nun da wir entdeckt haben, dass es auch eine Welt über Wasser gibt.

Bruce war in Kanada während unseres Aufenthalts im Black Sand Dive Retreat. Aber auch während seiner Abwesenheit wurde das Resort von Rustam topp geführt, so dass es nicht aufgefallen ist, dass die kanadische Leitung gefehlt hat. Das spricht für das Resort und die teilweise langjährigen Angestellten.

Über Bungalows, Essen und Spinnen kann man in unseren anderen Reiseberichten nachlesen (hier sei nur erwähnt, dass wir Giselle nicht erblickt, jedoch Besuch von ihrer Teenager-Nichte erhalten haben… im Bungalow drin…!).

Das Tauchen… Ja, das war dann so eine Sache… Das erste Mal können wir nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen, wenn wir von den Tauchgängen berichten. Niemand wusste, was genau los war, aber als langjährige Besucher dieser Gegend können wir hier nur eine Beurteilung abgeben: Die Lembeh war leer… Und es lag nicht an der Jahresszeit – wir wissen, dass es bessere Monate als Mai gibt. Aber wir waren schon früher im Mai da und da hat es nur so gewuselt von all den Lembeh Critter-Freaks. Es war auch nicht nur ein Tauchspot, der mit teilweise gähnender Leere aufwartete. Es waren alle! Über die Gründe wurde viel diskutiert – auch unter den Dive Guides (denn auch für sie war das ein Ausnahmezustand). Eine Theorie war, dass es im März extreme Regenfälle gab, die auch Schlammlawinen ausgelöst hatten, welche dann einige der Tauchspots mit Schlick zudeckten. Das erklärt aber eigentlich nicht, dass es überall einfach nur leer war. Wir hoffen, dass es sich hier um ein vorübergehendes Phänomen handelt.

Ich muss „leer“ noch etwas relativieren. Es gab nicht viele typische Lembeh-Critters. Es gab aber natürlich etwas Leben in der Lembeh. Allerdings nimmt man die Reise nicht auf sich, um Putzergarnelen, Nemos, Emperor Shrimps, etc. zu fotografieren. Das kriegt man so ziemlich überall auf dieser Welt vor die Kamera. Mein Mann und ich haben uns die Enttäuschung vorgestellt, die jemand haben muss, der das erste Mal in der Lembeh Strait taucht. Für uns war das jetzt nicht so tragisch. Natürlich lieben wir die totale Reizüberflutung (du hast den einen Critter noch nicht scharf gestellt und der Guide hat dir schon 4 weitere angezeigt). Auf der anderen Seite lieben wir eben auch die UW-Fotografie als solches. Für unseren Guide hiess das: Finde uns die ganz klitzekleinen Wesen im Millimeterbereich und wir versuchen uns dann darin, diese scharf auf ein Foto zu kriegen, egal wo sie sonst auf der Welt noch vorkommen. Und natürlich war nicht nur der Guide für das Auffinden verantwortlich. Wir sind das erste Mal mit nur einer Kamera verreist. Wir haben die Kamera dann tageweise bedient (einen Tag Frau, einen Tag Mann). Der jeweils „Untätige“ wurde zum zweiten Dive Guide und hat die Critters gesucht. Mittlerweile kennen auch wir die Unterwasserfauna und –flora gut und wissen, wo man was suchen muss bzw. finden kann.

Noch kurz ein paar Gedanken, die der europäischen Touristin durch den Kopf gehen, wenn sie unter den oben beschriebenen Rahmenbedingungen in der finsteren Nacht in ihrem Bett in der Lembeh Strait liegt:

Indonesien befindet sich auf dem pazifischen Feuerring – viele aktive oder noch nicht so lange inaktive Vulkane befinden sich überall auf allen Inseln (auch in Nordsulawesi, also eigentlich sitzt du direkt auf der Flanke von einem…). Tiere spüren, wenn eine Naturkatastrophe bevorsteht. Nicht nur die Fische haben gefehlt, sondern auch die Vögel – Nordsulawesi war noch nie so still… und dann ist es dunkel…

Aber die Tatsache, dass dieser Bericht nun online steht, zeigt, dass sich die finsteren Gedanken nicht bewahrheitet haben. Wir kommen wieder!